(3) Der Hattrick aus Nott’m

Veröffentlicht am 13. November 2013 von Paule

Liebe Blog-Post-Gespannte,

die letzte Meldung ist jetzt zwei Wochen her und ich muss zugeben, ich hatte das eigentlich anders geplant.. Allerdings komme ich nicht so wirklich darauf, warum ich mich nicht gemeldet habe. Wenn ich auch an die letzten Wochen denke, dann kommt mir nicht wirklich viel in den Sinn.

Die Lernkurve ist bereits stark abgeflacht und der Alltag ist eingekehrt. Und der besteht aus überwiegend fünf Dingen:

Paul schläft

Paul am schlafen

  1. Chronologisch gesehen fängt der Tag an bzw. hört er mit Schlafen auf. Ist zugleich mein absolutes Lieblingshobby! Neben …
  2. … essen! Morgens, also gegen 12 – 13 Uhr, gibt es meistens die Reste vom Vortag. Nachdem mein kleiner Lieblingsspanier bemerkte „Paul, du isst ja immer nur Sandwiches und kochst nie“, nehme ich den Großteil der Küche ein. Damit ich nicht aus der Form laufe und es sich auch lohnt zu kochen, gibt’s natürlich immer gleich was für zwei Tage. Momentaner Favorit ist Brokkoli-Nudelauflauf. Schön mit Cheddar überbacken, ein Traum! Sandwich und Frosties-Müsli-Studentenfutter-Mix gibt es natürlich auch ab und an, damit ein wenig Abwechslung drin bleibt.

    Attacke beim Volleyball

    Angriff von Paul auf der Außenseite.

  3. Weil ich ja zum Studieren ja hier bin, gehe ich auch gelegentlich in die Uni. Der erste fünfwöchige Block ist rum und die zweite Hälfte des Semesters hat letzte Woche begonnen. Mittwochs besuche ich freiwillig die Forschungsmethoden und sonst ist nur der Donnerstag von 9 – 17 Uhr verpflichtend. An meiner Selbstdisziplin zu lernen/lesen arbeite ich gerade und konnte schon ein wenig Verbesserung hervorrufen. Mein erstes Essay, ein knapper Karriereplan, ist hoffentlich ganz gut gelungen. Das zweite Essay, zu Storytelling in Leadership, war zum Glück nur ein Draft, auf den wir Feedback erhalten und dann dementsprechend ausbessern können. Ich rechne damit, die ein oder andere Anpassung vornehmen zu müssen, aber na ja, War ja noch nicht benotet. Sonst müssen in circa zwei Wochen bereits die nächsten Hausarbeiten abgegeben werden. Worüber genau, muss ich noch mal rausfinden. Stand heute auf meiner To-Do Liste, bin da aber noch nicht ganz angekommen.Was mich aber bereits stresst, ist die Masterarbeit. Nicht das aktive Schreiben, sondern vielmehr ein passendes Thema zu finden. Da es dabei immer um Mitarbeiterbefragungen geht, kann ich nicht wie in der Bachelorarbeit losgehen und Leute auf eigene Faust abklappern. Themen könnten sowas wie Stress bei Lehrern (sowas gibt es?), Entwicklung von Mitarbeitern, irgendwas mit Managern, Lernen, Kultur, irgendetwas, das den Menschen betrifft. Und dann natürlich extrem spezifisch, also sowas wie „Lärm als Stressor bei Haupt- und Realschullehrern in Norddeutschland“ oder so. Falls da jemand Ideen hat oder die Möglichkeit sieht da selber etwas draus zu ziehen/jemanden kennt, bitte lasst es mich wissen. Da ich aber darauf und meiner eigenen Kreativität nicht vertraue, habe ich mich auf ein achtwöchiges Praktikum bei der WHO in Genf beworben, die eine Partnerschaft für zwei Masterarbeiten mit der Uni haben. Vorausgesetzt ich werde diese Woche angenommen, würde ich wahrscheinlich eine repräsentative Pilotstudie zu Stressinterventionen am Arbeitsplatz machen. Wer/wann/was/wie/wo genau klärt sich wahrscheinlich im Laufe der Woche.
  4. Ungefähr jeden zweiten Tag bewege ich mich abends zudem zum Volleyball. Ich fühle mich inzwischen ganz wohl mit der Bewegung auf dem Feld und habe sonst auch schon einiges lernen können. Allerdings kann ich mich ständig aufregen:
    • der Start-Steller ist unsympathisch wie sonst was. Er hat eigentlich kein Bock zu spielen, ist nicht sehr viel besser und hat von aktivem Zuhören noch nie was gehört. Soll mir aber egal sein, so kann ich mich langsam aber sicher in die spaßigeren Positionen reinschleichen und reihe mich beim Training einfach beim Sturm mit ein. Mal sehen, wie das läuft.
    • Chris, unser Kapitain, ist ein selbstverliebtes Arschloch. Statt zu motivieren, zieht er runter. Statt das Ruder in die Hand zu nehmen, wenn mal wieder keiner weiß was wir tun sollen, vertrödeln wir ewig viel Zeit. Manchmal fühle ich mich sogar schikaniert. Aber vielleicht bilde ich mir das auch nur ein…
    • Von den drei Coaches die wir haben, ist nur einer wirklich hilfreich. Einer, der selber auf Anfängerniveau spielt, gibt zu JEDEM Fehler seinen Senf ab. Was ich aber am wenigsten verstehe ist, dass der ständig mitspielen muss. Wir müssen dann teils draußen warten, obwohl wir seine Position besetzen könnten. Ist mir unbegreiflich. Paul, unser Headcoach, ist hingegen mit der Größe der Truppe überfordert. Das Training folgt irgendwie keinem roten Faden und wir halten uns 80% der Trainingszeit mit Drills auf, statt wirklich zu spielen. Ping, sein Assistent hingegen, macht einen guten Job. Selbst mit Mitte 40, spielt er technisch super sauber und weiß, wann Kritik angebracht ist. Wahrscheinlich bin ich auch einfach nur verwöhnt und kriege jetzt einen Einblick in die Unfähigkeit der breiten Trainer-Masse.

Die bisherigen Spiele haben wir alle gewonnen. Ich muss aber gestehen, dass sechs Spieler auf dem Feld vier zu viele sind. Also im Vergleich zum 2 vs 2 ist es echt todlangweilig und so richtig auf meine Kosten komme ich immer nur in den Pausen oder nach dem Training. Da bleiben dann die wenigen, die wirklich Bock auf’s Spiel haben über und dreschen einfach noch mal ein paar Bälle kaputt. Ich bin ganz froh, ein zwei andere Spielkinder zu haben, mit denen es dann auch tatsächlich Spaß macht… Entwicklung steht also noch aus.

  1. Als fünftes kümmere ich mich so gut es geht um Julia. Ich möchte einfach mal behaupten, dass es eigentlich ganz gut klappt. Möchte aber nichts falsches sagen… womit ich das wohl schon wieder getan habe. Spaß beiseite, alles super an der Front! Sie hält es noch mit mir aus (danke! 😉 )

Der Rest, der mir jetzt in den Sinn kommt, sind nicht nennenswerte Details. Ich werde mich bemühen, diese in Zukunft direkt hier aufzuschreiben, dass die auch nicht vergessen gehen. Der Menüpunkt heißt ja nicht umsonst „Tagebuch“, ne?

Da ich bereits etliche Beschwerden bekommen habe, dass ein Blog kein sonderlich gutes Medium zum Austausch ist, möchte ich das auch noch mal ansprechen: Natürlich erwarte ich von niemandem, hier Kommentare zu schreiben und über die Homepage mit mir Kontakt aufzunehmen. Ich freue mich sehr über E-Mails oder SMSn oder Nachrichten sonstiger Art. Von meiner Seite aus ist es hingegen müßig, zig mal das Gleiche zu erzählen. Und nicht jeder möchte täglich den Müll von mir hören. Sogesehen gebe ich zu und betone nochmal, dass der Blog größtenteils eine Einbahnstraße ist und sein soll. Also keinen Grund zur Sorge, wer mich über Skype anruft, der wird jemanden erreichen. Auch wenn meistens später, als früher..

Jop. Damit ist für heute alles gesagt. Schaut bei Gelegenheit in die Bilder Sektion, da werde ich gleich ein paar neue rein machen.

Mit dem hier am häufigsten genutzten Wort verabschiede ich mich dann: Cheers!

p.s.: Wie immer habe ich den Text nicht Kontrolle gelesen. Peinliche Fehler können also passieren. Lebt damit!

Kategorie: Nottingham, Tagebuch

Ein Kommentar zu “(3) Der Hattrick aus Nott’m”

  1. […] erste Steller war auch dabei. Wie im vorigen Beitrag schon beschrieben habe, ist der Typ irgendwie komisch. Dass er autistische Zuege hat, wurde auch […]

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