Wie viel Schlaf braucht der Mensch? Tag 47 & 48 vom polyphasischen Schlafexperiment

Veröffentlicht am 30. August 2014 von Paule

Toll! Hat es sich jetzt wirklich eingestellt?

 

Donnerstag lief echt gut! In der Nacht konnte ich schön die Artikel fertig machen und musste mich dann gegen 6 Uhr hinlegen. Ich habe dann mal versucht, mir den Wecker mit unter die „Mütze“ zu legen, sodass ich den definitiv hören würde. Und das hat gut funktioniert: Schnell eingeschlafen und dann lauthals geweckt worden. Es war auch gar nicht so schlimm, da wir eh nur zu dritt hier im ganzen Raum gesessen haben. Aber ich war nicht der Einzige, der müde war. Kurz nach dem Aufstehen, hat mein Tischnachbar sich auf den Stühlen lang gemacht und erstmal ordentlich für zwei Stunden geschnarcht.

Zu viel gelernt

Und auch sie hat wohl zu lange gemacht…

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Zu Beginn der ersten Sätze der Masterarbeit, bin ich dann auch schnell müde geworden – wahrscheinlich eine natürliche Reaktion auf die anstehende Arbeit. Trotzdem habe ich mich bis zur nächsten Schlafphase gehangelt, die dann auch echt super lief!

Morgens hatte ich noch mit der Putzfrau gesprochen, die da jeden Morgen unterwegs ist. In der Bücherei gibt es eine Tür zum Dach, die aber immer abgeschlossen ist. Dabei könnte das da draußen so schön sein! Sie sagte, dass die seit circa 10 Jahren zu ist: Weil der letzte Besucher da versucht hat einen Köpper in den 30cm tiefen Teich zu machen und statt im Teich, direkt wieder in den Himmel geflogen ist. Ihr Kommentar war dazu: „So sind die Selbstmörder… vermiesen es für alle anderen!“. In diesem Fall ist da wohl noch mehr dran, als sonst.

Danach ging es zum Sushiessen mit den Mädchen. Eigentlich hatte ich geplant, vorher noch 20 Minuten einzubauen, was dann aber nichts mehr geworden ist. Erst nach neun netten Stunden, durfte ich auf Sven & Julias Couch Pause machen. Die Müdigket war schnell von einer 6 (direkt nach dem Aufstehen) bei einer 10 (Weg nach Hause).

Damit fing der Freitag an. Wie zu erwarten, ging es nach der langen Wachphase von 9 Stunden etwas schwieriger. Ich bin einige Male kurz in den Sekundenschlaf gefallen, bis mich der Junge, der mich am Sonntag in die Bibliothek gelassen hat, ansprach. Der verbringt seine letzten Stunden hier, denn er muss morgen seine Arbeit abgeben. Ein weiterer nächtlicher Besucher weniger…

Nachdem ich die nächsten vier Stunden gerade so einhalten konnte, hielt ich es nach dem nächsten Nickerchen nur eine Stunde aus, bevor ich mich wieder hinlegen musste. Und dann wurde die Befürchtung wahr: Fünf Stunden verschlafen – das dritte Mal jetzt. Nach knapp einer Woche mit nahezu perfektem Zyklus ist das ein ziemlicher Rückschritt.

Genau die Stimmung hat sich dann auch weiter durch den Tag gezogen. Demotiviert, lustlos, schlecht gelaunt, viel zu müde. Die blöden Mitarbeiter bei Lidl haben es dann noch eher verschlimmert. Erst als ich Georgina, eine Kommilitonin, auf dem Rückweg getroffen habe, wurde es ein wenig besser. Sie erzählte, dass sie im Graduate Centre ihre Arbeit schreibt – heute sei sie komplett alleine dort gewesen. Das muss mich eigentlich nicht weiter kümmern, nur gibt es dort Microwelle, Kühlschrank, Besteck und … eine Couch! Auch wenn die letzten Tage alles andere als schlimm waren und ich die Athmosphäre in der Bibliothek echt stark finde, klingen Ruhe und bequeme Kissen eigentlich nicht verkehrt.

Später bin ich dann auch für das Erste umgezogen. Lediglich eine Mitstreiterin saß ruhig an ihrem PC. Aber es hat keine 10 Minuten gedauert, bis drei ziemlich laute Inder sich für mehrere Stunden auf meiner neuen Couch breit gemacht und geklönt haben… Kein guter Start! Wenn das so bleibt, muss ich vielleicht wieder zurück auf meinen alten Platz…

 

Zusammenfassung

Dass die 9 Stunden der Wachphase so einen starken Effekt haben, hätte ich nicht gedacht. Seit fast einer Woche bin ich ohne Verschlafen ausgekommen, was vielleicht die Toleranz ein wenig verringert hat. Dabei ist nicht auszuschließen, dass auch andere Faktoren einen Großteil an der Trägheit/Lustlosigkeit/Müdigkeit haben können.

Um positiv zu denken, konnte ich diese Reaktion das erste Mal in Verbindung zum Inhalt meiner Masterarbeit setzen: Emotionsregulation und kognitivem bzw. emotionalem Stress. Kognitiv ist sind viele der momentanen Situation nicht wirklich zu lösen. Diese anhaltende Belastung und Grübelei, trotz häufiger Neubewertungsversuche, hat heute zu negativ emotionalem Verhalten/Empfinden geführt. Mohr, Rigotti & Müller (2005) sei Dank für diese Erkenntnis! Lösung des einen Problems? Ranklotzen!

 

 

Und für die Lesefaulen gibt es das Ganze noch mal im Video ↓↓↓


Kategorie: Schlafen

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